Immer “politisch korrekt” – Paul Freiherr Scherpon von Kronstern

Die Amstettner Freiheitlichen haben vor etwa einem Jahr im Gemeinderat die Vergabe eines Auftrages über € 8 000.- für ein Gutachten zum “Ehrenbürger” Paul Scherpon abgelehnt.Figuren, Marionetten, Menschen in Abhängigkeit

Für uns hat die Befassung mit den gegenwärtigen Problemen der Amstettner Bürger Vorrang vor einem ständigen Aufrechnen der Vergangenheit.

Trotzdem wurde der Auftrag mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP und Grünen an eine Historikerin des DÖW vergeben. Die Expertise liegt nun vor und bescheinigt, dass Dr. Paul Scherpon ein stets “politisch korrekter” Beamter gewesen ist.
Unter dem Christlich-Sozialen Bundeskanzler Dr. Engelbert Dollfuß bekannte sich der Landesregierungsrat von NÖ als unterstützendes Mitglied der Heimwehr zu den Grundsätzen des Faschismus. Wenig später wurde er Mitglied der regierungstreuen Vaterländischen Front unter Ernst Rüdiger von Starhemberg.
Am 9. 3. 1938 verbot er als Vertreter des Bezirkshauptmannes von Amstetten das Tragen von Hakenkreuzarmbinden und untersagte das Absingen des “Horst-Wessel-Liedes” sowie die Hausbeflaggung mit Hakenkreuzfahnen.
Doch noch im selben Jahr bewarb er sich (nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten) um die Mitgliedschaft bei der NSDAP!
In der Folge erwies er sich wiederum als besonders eifriger und politisch korrekter Handlanger des Regimes. Er verfolgte unbotmäßige Religionslehrer und erstattete Anzeige gegen Eltern, die ihren Kindern zwecks Teilnahme an der Fronleichnamsprozession das Fernbleiben vom Unterricht gestatteten. Er empfahl dem Reichsstatthalter, die Juden vom Zwangs-Arbeitseinsatz abzuziehen und in einem KZ-Lager “ihrer Bestimmung zuzuführen”.
Nach Kriegsende war Paul Scherpon heftig darum bemüht, seine Rolle bei der NSDAP herunterzuspielen und seine Mitgliedschaft aus dem Register zu löschen. Er ließ sich positive Leumundschreiben ausstellen, die ihm  “hinhaltenden Widerstand gegen die NS-Diktatur” bescheinigten!
Während der Besatzungszeit (1945 – 1955) gelang es ihm, in den “dauernden Ruhestand” versetzt zu werden.
Danach trat er – wie viele NSDAP-Mitglieder – der SPÖ bei und konnte seine Karriere ungehindert fortsetzen.
1955 wurde er SPÖ-Gemeinderat und 2. Vizebürgermeister von Amstetten.
Auch in dieser Funktion verhielt er sich  “politisch korrekt”, sodass ihm 1967 auf Antrag von SPÖ-Bürgermeister Johann Pölz in einem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss die Ehrenbürgerschaft verliehen wurde.
Ein “politisch korrektes” Leben von der Wiege bis zur Bahre. Ein Wendehals ohne Skrupel – treuer Erfüllungsgehilfe der jeweils Regierenden.

Für die FPÖ ist das keine Neuigkeit!
Es ist der Karriere immer förderlich, wenn man sich dem Zeitgeist widerspruchslos anpasst und moralische Bedenken gar nicht erst hochkommen lässt. Widerstand gegen die Herrschenden beendet jede berufliche Karriere und führt zu bösartigen Unterstellungen und Rufschädigung. Auch die Medien haben als steter Handlanger der Macht keinerlei Skrupel, sich dem jeweiligen Mainstream blitzschnell anzupassen  und den nunmehr Andersdenkenden gnadenlos  zu verfolgen.
Ehrenbürgerschaften werden vorwiegend an ehemalige Parteifunktionäre der regierenden Parteien verliehen, sind also nichts anderes als  Selbstbeweihräucherung der Mächtigen.

Aus diesem Grund, und um Amstetten ähnliche Peinlichkeiten in Zukunft zu ersparen, haben die Freiheitlichen beschlossen,  jede Verleihung von Ehrenbürgerschaften und Ehrenringen an politische Funktionsträger in Zukunft abzulehnen.

Die FPÖ Amstetten fordert außerdem eine vollständige und lückenlose Veröffentlichung der aus Steuergeld bezahlten Expertise in den Amstettner Medien.

StR Brigitte Kashofer

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