Amstettens „Marketing“

Als Oppositionspartei sieht die FPÖ sich verpflichtet, di-ernst-kashoferMißstände aufzudecken, die von der Stadtregierung gerne unter den Teppich gekehrt werden. Der Steuerzahler hat es aber verdient, zu erfahren, wie mit seinem Geld umgegangen wird, auch wenn das manchmal unan­genehm ist.
dorner1In diesem Sinne bot die letzte Generalversamm­lung der Amstetten Marketing GmbH einen interessanten Einblick.
Schwerpunkt der Sitzung war die Verhandlung über die Fortführung des City-Talers. Zu diesem Zweck wurde von der Amstetten Marketing GmbH eine Umfrage unter den Kaufleuten durchgeführt, um zu erfahren, ob die Amstettner Wirtschaft den City-Taler überhaupt noch will. Leider ist dabei ein verheerender Fehler passiert. Auf den an ca. 790 Geschäftsleute gesendeten Fragebögen stand, daß ein Nicht-Zurücksenden des Fragebogens als Nein gewertet wird. Leider betrug der Rücklauf gerade einmal 12%, was laut Frau Bürgermeister Puchebner erwartbar war. Wie man die Ergebnisse dann aber bewerten solle, diese Frage blieb offen. Denn korrekt interpretiert ergab die Umfrage eine klare Ableh­nung des City-Talers von über 91% der Geschäfts­leute. Bewertet man jedoch nur die zurückgesendeten Umfagebögen, lag der Zuspruch bei etwa 60%. Die Stadtregierung will die verpatzte Umfrage auf ihre Art interpretieren und den City-Taler einfach fortführen. Wir von der FPÖ halten nichts von dieser Vorgangs­weise und werden jedenfalls eine Wiederholung dieser Umfrage fordern. Denn wer Fehler macht, soll bitte auch dazu stehen.
Es folgte der Jahresrückblick der Ge­schäfts­führerin der Amstetten Marketing GmbH. Dabei kam auch das Street-Food-Festival zur Sprache, eine Veranstaltung, die mit einem festgelegten Termin öffentlich ausgeschrieben und beworben wurde. Leider musste die Veranstaltung aber abgesagt werden, weil sich zu wenige Veranstalter dafür interessierten. Warum man das nicht im Vorfeld klären konnte, blieb offen. Wieder eine Peinlichkeit mehr für unsere Stadt.
Bemerkenswert waren zuletzt auch die Kommentare der Geschäftsführerin zur Eröff­nung eines türkischen Super­marktes in der Wienerstraße 25, wo früher die „Trachten­welt“ war. In dem Artikel der NÖN unter dem Titel „Fladenbrot statt Dirndl“ wird bemerkt, daß dieser Super­markt eigentlich nicht zu dem laut Markt­forschungsinstitut emp­fohle­nen Branchen-Mix in der Am­stett­ner Innenstadt passt. Natürlich steht es jedem Vermieter frei, welchen Mie­tern er seine Leerfläche zur Verfügung stellt – die Ausrede der Geschäftsfüh­rerin, daß das Leerflächen­management im Jahr 2016 leider kein Arbeits-Schwer­punkt war und jeder Vermieter doch die Möglich­keit hat, sich selbst über die Ergebnisse der Studie zu informieren, halten wir aber für eine Zumutung. Das Stadt-Marketing kann nicht Aufgabe der einzelnen Vermieter sein.
Interessant ist auch die Frage, wie in den nächsten Jahren der Weihnachts­markt in Amstetten attrak­tiver gestaltet werden soll. Bisher wurden hier zwar sehr professionelle neue Verträge ausgearbeitet, um einen besseren Überblick über die einzelnen Aussteller zu bekommen, gleichzeitig gab es aber auch die Änderung, dass die Amstetten Marketing nun die Preise für alle Speisen und Getränke am Weihnachtsmarkt vorgibt und den Ausstellern somit ihre Preise aufzwingt. Das ist sicher keine geeignete Maßnahme, um die Ge­schäfte zu beleben.

An dieser Stelle wollen wir nicht unfair sein und deshalb auch ausdrücklich festhalten, daß die Amstetten Marketing GmbH auch gute Veran­staltungen hervorge­bracht hat. Dazu zählen wir den Faschingsumzug und die Stille Weihnacht in Ulmer­feld. Zwei Veranstal­tungen, die wirklich zu einer positiven Belebung der Re­gion beige­tragen haben.
Wir verstehen zwar, daß u.a. auch die vielen Wechsel an der Spitze der AMG die Arbeit erschwert haben. Derzeit ist uns aber nicht ganz klar, wo die weiteren Leistungen dieser Gesell­schaft liegen. Denn für diesen Outcome halten wir die Kosten für überhöht. Wir werden zu dem Thema jedenfalls weiter recher­chie­ren und in einer der nächsten Ausgaben dazu berichten.

Ihr GR DI Ernst Kashofer
GR Ing. Manuel Dorner

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